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Der Ruf des Dschungels

Der Ruf des Dschungels

Da wie bereits erzählt unser Praktikum erst am 16.03. losgeht, waren wir die vergangene Woche nochmal unterwegs. Wir haben uns über Nacht auf nach Cusco gemacht, eine etwa 11h Fahrt. Die Busse sind total verrückt. Wir sind mit der Busgesellschaft: Cruz del Sur gefahren. Wir kamen uns vor wie in der ersten Klasse in einem Flugzeug! Das sind echt abgefahrene Busse! In Cusco waren wir auf den Spuren der Inka, dazu in einem der nächsten Blogeinträge mehr J

In diesem Eintrag, soll es um unsere Zeit in Puerto Maldonado gehen, dieser Ort liegt im südlichen Amazonasbecken Perus und  liegt ca. 10h Busfahrt von Cusco in Richtung Bolivien. Dort sind wir für zwei Nächte ab in den Amazonas im Gebiet Madre de Dios.

So viele Moskitos!!! Und eine Hitze, sag ich euch und natürlich eine super beeindruckende Natur!

Der Ruf des Dschungels

An unserem ersten Tag sind wir im Regenwald Ziplining gegangen. Ich hab ja etwas Höhenangst, da wurd es mir schon anders. Durch die Luft zu fliegen, hat echt was, aber bis man mal die Höhe erreicht hat… Die Stufen hörten einfach nicht auf.

Oben angekommen haben wir dann zwei lange Hängebrücken überquert. Erst konnte ich die Aussicht gar nicht genießen, ich war viel zu konzentriert auf den Weg bzw. geradeaus zu schauen und bloß nicht nach unten. Doch bei der zweiten habe ich mich echt wie Tarzan gefühlt, der durch die Baumkronen stolziert oder in meinem Fall ganz vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzt. Wir sind also zweimal durch den Regenwald geflogen, haben zwei Brücken überquert und kurz vor Schluss sind wir noch auf einem Balken ohne Netz zum nächsten Baum balanciert. Klar wir waren gesichert, aber da ist mir mein Herz echt in die Hose gerutscht, ich dachte schon es ist dahinunter auf den Boden gefallen, den ich gar nicht sehen konnte.

Nachmittags sind wir dann mit Kayaks auf dem Fluss bis zur Monkey Island gepaddelt, die sich mitten auf dem Fluss befindet. Diese Insel hat echt eine seltsame Story. Ich fasse sie kurz zusammen:

Früher wurden die Affen wie Haustiere gehalten, besonders als sie noch klein waren. Umso größer sie wurden, umso mehr machten sie kaputt und passten nicht mehr in den Lebensstil der Menschen, also wurden sie ausgesetzt oder oftmals getötet. Die Zahl der Affen in der Umgebung minimierte sich und ForscherInnen entschlossen sich einige Affen zu retten und brachten sie auf diese Insel. Die Regierung fand das gut und erlaubte den WissenschaftlerInnen sich um die Tiere zu kümmern. Allerdings begannen diese an den Affen Experimente durchzuführen, wodurch viele starben. Dies wurde aufgedeckt und die ForscherInnen mussten die Insel verlassen und sollten den 150 verbliebenen Affen sich selbst überlassen. Allerdings waren diese es mittlerweile gewohnt vom Menschen Nahrung zu erhalten, besonders in der Trockenzeit. Ohne die Menschen machten sich die Affen selbst auf die Suche. Sie verhungerten oder aßen versehentlich giftige Früchte und starben. Einige versuchten ihr Glück beim Überqueren des Flusses, doch sie konnten nicht schwimmen. So blieben nur vier Affen übrig. Alle gehörten einer anderen Art an und nur ein Weibchen war darunter. Mittlerweile leben 18 Affen auf der Monkey Insel, doch nur das eine Weibchen (Mutteraffe) kann sich fortpflanzen. Die Affen sehen die Monkey Insel als ihr Terretorium an und haben andere Affen, die auf die Insel gebracht wurden, deshalb getötet. Die Affen dort haben sehr unübliche Charakterzüge entwickelt. Heute kommen viele Touristen dorthin, da gerade in der Trockenzeit die Affen ohne die Nahrung, die diese mitbringen, nicht überleben würden.

Der Ruf des Dschungels

Abends haben wir noch eine Nachtwanderung im Dschungel gemacht und ganz viele Spinnen gesehen. Unser Guide hat auch von einer Tarantula / "Riesenspinne" gesprochen, die ca. 20-25cm groß ist, im Baum sitzt und dann auf vorbei fliegende Vögel springt, diese tötet und isst. Zum Glück haben wir die nicht gesehen, sondern nur die kleine Schwester, die ca.10-15cm groß ist. Die Tiere sind vor allem nachtaktiv, das haben wir auch total gehört. Manchmal hat im Fernen etwas geknackt und wenn plötzlich ein Dino oder so um die Ecke gekommen wäre, hätte mich das auch nicht gewundert. Die Szenerie hätte auf jeden Fall gepasst. Was mir dazu gleich einfällt. Wir haben auch einige Krokodile, vor allem Baby-Krokodile bei einer nächtlichen Bootsfahrt beobachten können.

Am zweiten Tag sind wir ganz früh aufgestanden, um die Papageien bei ihrem täglichem „Früchstücks-Treff“ zum Sonnenaufgang zu sehen. Nach einer 1,5 h Bootsfahrt kamen wir an dem besagten Ort an. Und nach und nach kamen die Vögel mit lauten Rufen aus allen Himmelsrichtungen angeflogen. Entweder alleine (auf der Suche nach eine/m PartnerIn), zu zweit (als unzertrennliches Pärchen) oder zu dritt (als Familie). Zurück in der Lodge sind wir nach einem guten Frühstück eine Runde angeln gegangen. Angeblich sind dort auch Piranhas zuhause, von denen haben wir allerdings keinen zu Gesicht bekommen. Am Nachmittag haben wir mehr über das traditionelle Leben im Dschungel gelernt und durften uns im Bogen schießen probieren.

Der Ruf des Dschungels

An unserem letzten Tag im Regenwald hat es auch endlich mal geregnet, da haben wir alle wirklich aufgeatmet, die Nacht zuvor war nämlich unerträglich heiß geworden. Der etwas bewölkte Himmel stellte sich zudem als ideal für den heutigen Plan heraus. Unser Ziel war der See Sandoval im Reservat Tambopata. Dorthin führte uns eine kurze Bootsfahrt, ein Spaziergang durch den Dschungel und dann ein Paddelboot mit dem wir den See umrundeten. Eine tolle Aussicht! Wir haben auch ganz viele Affen gesehen, die super niedlich sind und mich irgendwie an Herrn Nilson von Pippi Langstrumpf erinnern.

Wir hatten eine wirklich schöne Zeit im Dschungel, auch wenn wir auf so einige Moskitos hätten verzichten können :D

Ich umarme euch ganz lieb aus der Ferne!

Bis bald!

Eure Lisi

Der Ruf des Dschungels
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